Berühmte Kneipen: Auerbachs Keller – wo Faust auf dem Fass ritt

Zugegeben, Auerbachs Keller in Leipzig heute noch als Kneipe zu bezeichnen, ist gewagt – handelt es sich doch inzwischen um Erlebnisgastronomie der gehobenen Klasse. Weltberühmt geworden ist das historische Untergeschoss jedoch durch die Faustsage und ihren Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der hier seinen Helden mit einer ausgelassenen Bande Studenten und seinem nicht ganz so stets verneinenden Genius Mephistopheles um die Wette zechen ließ. Bei dieser Gelegenheit gab der magiekundige Meister – Faust, nicht Goethe – gleich ein paar seiner Kunststückchen zum Besten, etwa den berühmten Fassritt. Diesen konnte Goethe bei seiner eigenen Einkehr in der zweitältesten Gaststätte Leipzigs auf einem Gemälde bewundern, denn da war der Fassritt schon längst Bestandteil der Faustsage. Ob der historische Zauberdoktor tatsächlich hier gewesen ist, ist nicht gerichtsfest belegt. Freilich ist er weit herumgekommen – und wäre er in Leipzig gewesen, hätte der überaus lebensfrohe Magus wohl kaum darauf verzichtet, hier einzukehren. Schon im 16. Jahrhundert war Auerbachs Keller in Leipzig ein so heißer Tipp, dass auch der Reformator Martin Luther es sich nicht nehmen ließ, hier einen gesegneten Schoppen zu sich zu nehmen.


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Heute trifft man in Auerbachs Keller zwar keine fassreitenden Zauberer mehr an, aber jede Menge kulinarische Highlights, ein erlesenes Angebot an Bieren und Weinen, ein vielfältiges Kultur- und Eventprogramm und eine urige Atmosphäre, die das Flair der Vergangenheit hautnah erleben lässt. Neu gebaut wurde 1912-14 der „Große Keller“, wo man diverse Spielarten der sächsischen Küche erkunden kann. An die Faustsage erinnern noch Skulpturen, Gemälde und Bilder in den historischen Weinstuben und im weltberühmten Fasskeller – und wer einmal ein Bierchen stemmen möchte, wo schon Faust, Luther oder Goethe zu Gast waren, ist in Auerbachs Keller in der Mädler-Passage in der Leipziger Altstadt herzlich willkommen.

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