Berühmte Kneipen: Das Wirtshaus im Spessart – gab’s das wirklich?

Der deutsche Filmklassiker aus dem Jahr 1958 mit Lilo Pulver, Carlos Thompson und Hans Clarin ist nicht nur bei der älteren Generation beliebt. Retro-Fans und Filmfreaks jüngerer Jahrgänge haben bis heute Spaß an der charmanten Komödie. Aber ist da wirklich was dran an der vergnüglichen Räuberpistole – und wo kann man bitteschön das berühmte Wirtshaus besichtigen?

Finstere Verhältnisse: Die Spessart-Räuber im 19. Jahrhundert

Der von Kurt Hoffmann verfilmte Räuberstoff geht auf eine Geschichte zurück, die der berühmte Romantik-Schriftsteller und Märchenerzähler Wilhelm Hauff 1826 schrieb. Seit den Napoleonischen Kriegen, die mehr als zwei Jahrzehnte lang von 1792 bis 1815 andauerten, waren Räuberbanden eine häufige Erscheinung überall in Europa. Und auch für das berühmt-berüchtigte Räubergasthaus gab es wohl mehr als ein Vorbild. Reisende auszuplündern und nicht selten auch umzubringen, war in den wirtschaftlich zerrütteten und unsicheren Zeiten um 1800 immerhin eine Einkommensquelle – auch wenn am Ende oft das Beil oder der Galgen warteten.

Dann gibt es das Original-Wirtshaus gar nicht?

Fest steht: Mit seiner tollen Landschaft und seinen vielen Sehenswürdigkeiten ist der Spessart auf jeden Fall ein Reiseziel erster Güte. Von den damaligen zwielichtigen Waldgastereien ist heute leider nicht mehr viel übrig geblieben – aber immerhin kann man noch das Wasserschloss Mespelbrunn besichtigen, wo ein Teil von “Das Wirtshaus im Spessart” gedreht wurde und das seinerzeit zum Schutz vor echten Räubern im 15. Jahrhundert gebaut wurde. Man sieht, im Spessart haben Räuber eine lange Tradition – und wer möchte, kann sich nach Absprache mit den örtlichen Tourismusverbänden auch heute noch im Wald überfallen lassen. Für echte Taler, natürlich.

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