Kunst und Kneipen: Henri de Toulouse-Lautrec

Wohl kaum ein Name in der Kunstgeschichte ist so sehr mit der Pariser Kneipenkultur verbunden wie Henri de Toulouse-Lautrec. Der aus adliger Familie stammende Maler porträtierte im späten 19. Jahrhundert Kellnerinnen, Künstlerinnen und Kurtisanen, Prostituierte und Lebemänner und sorgte mit seinen freizügigen Sujets für handfeste Skandale.

Die Künstlerkneipe – eine Pariser Institution

Sie hießen Moulin Rouge oder Moulin de la Galette, brachten den Cancan und bedeutende Sängerinnen und Tänzerinnen hervor, belebten zu Dutzenden dicht an dicht die Gassen des Montmartre und lockten zahllose Künstler und Literaten an: Die Ausflugslokale, Clubs, Theater, Varietés und Kneipen, die Paris seinen Ruf als Welthauptstadt frivoler Vergnügungen verschafften. Henri de Toulouse-Lautrec, Spross alten französischen Adels, war in ihnen buchstäblich zuhause. Er und viele andere später namhafte Künstler wie Vincent van Gogh, Auguste Renoir, Claude Monet oder Emile Bernard hielten das Pariser Nachtleben und seine Vergnügungspaläste in eindrucksvollen Gemälden fest – oft genug zum Spott und zum Ärger des bürgerlichen französischen Kunstpublikums. Toulouse-Lautrec verdanken wir eine Vielzahl von Plakaten, Zeichnungen und Gemälden, die so schonungslos wie einfühlsam das Millieu der Varietés und Bordelle der Pariser Halbwelt porträtieren. Toulouse-Lautrec, wegen einer Erbkrankheit nur 1,52 m groß, fühlte sich zwischen den Außenseitern der Gesellschaft willkommen und akzeptiert. Seine respektvollen, menschlichen Darstellungen und sein künstlerischer Mut beeindrucken und berühren bis heute. Toulouse-Lautrec starb mit nur 36 Jahren im Kreise seiner Familie.

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