Speakeasys: Kneipen in der Prohibition

“Speak easy!” – “Red’ leise!” So wurden schon seit dem 19. Jahrhundert illegale Kneipen genannt, die ohne Schanklizenz Alkohol verkauften. Ihre Hochzeit hatten die Speakeasys in der US-amerikanischen Prohibition zwischen 1919 und 1933, wo sie geradezu zur nationalen Institution aufstiegen.

Trinken trotz Alkoholverbot – ein riskantes Freizeitvergnügen

Der in den Hinterzimmern ausgeschenkte Alkohol war oft von erbärmlicher Qualität, und es gibt zahlreiche Lieder darüber, wie der schwarz gebrannte “Mondschein-Whisky” (Moonshine) seine Fans gesundheitlich ruinierte. Freilich gab es auch schicke Speakeasy-Kneipen für die gehobene Klasse, in denen importierte Hochprozentige, Champagner und Weine für gutes Geld zu haben waren – Nervenkitzel inklusive, denn gelegentlich wurden auch teure Clubs von der Polizei oder dem “Bureau of Prohibition” hochgenommen.

Flüsterkneipen als Geburtsstätten moderner Musik

Das Speakeasy war auch eine begehrte Bühne für viele später berühmte Blues-, Swing- und Jazzmusiker, da die meist schmalen Gagen dort in der Regel durch großzügige Trinkgelder spendabler Gäste aufgebessert wurden. Hier traten Stars auf wie Louis Armstrong, Bessie Smith, Cab Calloway, Buddy Bolden oder Billie Holiday, und die Geschichte des Swing und des Jazz ist mit den Speakeasys eng verknüpft.

Speakeasys und kriminelle Gangs

Da viele Flüsterkneipen in der Hand organisierter Banden waren, konnte dort gelegentlich aus heiterem Himmel eine Schießerei oder Schlägerei zwischen rivalisierenden Gangs ausbrechen. Ihrer Beliebtheit tat das keinen Abbruch. Für die Betreiber und Zulieferer waren sie Gelddruckmaschinen und für die Gäste ein herrlich verruchtes Vergnügen. Berühmte Speakeasys waren zum Beispiel der New Yorker Cotton Club, 1923 vom Gangster Owney Madden nach seiner Freilassung aus Sing-Sing gegründet, oder der Club 21 in New York, der heute noch existiert – als Restaurant gehobener Klasse.

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